Klingenobjekte

 

antike
antike "Geldhacke" - im 19. Jahrhundert in Nigeria ein Zahlungsmittel
geschäftetes Steinbeil
geschäftetes Steinbeil aus Papua-Neuguinea, 1950er-Jahre
kleine Beilklinge
kleine Beilklinge aus grünem Stein, Papua-Neuguinea - das genaue Alter lässt sich kaum feststellen, da solche Klingen über viele Generationen im Gebrauch sind

Eines der ersten Handelsgüter der frühen Menschheitsgeschichte waren Klingen und Werkzeuge aus Flintstein und Obsidian, in jüngerer Zeit lösten dann mühsam erschmolzenes Kupfer und unter Zusatz von Zinn gegossene Bronze den Stein ab. In keltischer Zeit war es die Verhüttung von Eisen in einfachen Rennöfen, die für viele Jahrhunderte in Europa und Asien die Grundlagen für Stahl im heutigen Sinne schuf. Noch weit ins 20. Jahrhundert hinein war ein eisernes Werkzeug in vielen Jäger- und Nomadenkulturen der Welt ein immens kostbarer Gegenstand, der neben seiner eigentlichen Funktion auch einen realen Tauschwert hatte und somit eine Form der Währung darstellte. Dieser historische Hintergrund verbunden mit dem gewissem Respekt vor einem kulturhistorisch bedeutsamen Gegenstand hat mir in den letzten Jahrzehnten eine nicht gerade kleine Sammlung unbrauchbarer Sicheln, Sensen und Hippen eingebracht, dazu zerbrochene, verbogene und verrostete Klingen aller Art und verschiedenster Herkunft. Hin und wieder suche ich mir nun eines dieser Artefakte aus und versuche es zu neuem Leben zu erwecken. In einen vollkommen neuen Zusammenhang gebracht, nicht restauriert sondern vielmehr wiederbelebt, wird dann ein altgedientes Werkzeug in sein neues Leben entlassen. Zu diesen eher symbolhaften Objekten zählen auch meine Messer mit Kupferklingen, in einem langwierigen Prozess wie zu Beginn der Metallzeit, kaltgehämmert und immer weiter geschärft, versehen mit allerlei Attributen dieser fernen Vergangenheit.